EMS Training

Schlanker, definierter und fitter in 20 Minuten – das verspricht das sogenannte EMS-Training (Elektrostimulationstraining). Das Geheimnis der Effektivität sollen elektrische Impulse – kleine "Stromstöße" – sein. Teo Muscillo hat sich diese spezielle Form des Krafttrainings genauer angeschaut und selbst ausprobiert!

1. Was ist EMS-Training?  

VIDEO von Miha Bodytec,         VIDEO von SAM (Pro Sieben)

Beim EMS-Training braucht man weder Hantelbank noch Beinpresse. Stattdessen arbeitet die Elektronische Muskel Stimulation mit Niederfrequenz Reizstrom. Dieser soll das EMS-Training deutlich effektiver als herkömmliches Krafttraining machen und für schnelles Muskelwachstum sorgen. Ein Personelltrainer reguliert die elektrischen Impulse mit Hilfe eines Gerätes, an dem die Sportler ange-schlossen werden. Er ist es auch, der nach einem abglährenden Gespräch die Übungen vosclägt und zeigt. Jede Muskelgruppe wird mit dem Gerät einzeln angesteuert. Damit der Strom auch bei den Muskeln ankommt, haben die Trainierenden speziell leitende Funktions-kleidung an, über die eine verkabelte Weste, ein Gurt um das Gesäss sowie Manschetten für Arme und Beine kommen. Das Outfit wird Beginn nass gemacht, damit der Strom besser geleitet wird.

2. Wo kommt EMS-Training her?

Das EMS-Training kommt ursprünglich aus dem Reha-Bereich. Hier wird es eingesetzt, um zum Beispiel nach Verletzungen einem Muskelschwund vorzubeugen. In der Physiotherapie wird das EMS-Training bereits seit vielen Jahren für den gezielten Aufbau von Muskeln angewendet. Auch viele Leistungssportler nutzen das EMS-Training, um ihre Leistung zu erhöhen.

3. Wie funktioniert EMS-Training?

Mithilfe des EMS-Geräts werden Elektroimpulse an die Muskeln abgegeben – vier Sekunden lang, dann folgen vier Sekunden Pause. Während des Impulses werden die Übungen absolviert. Diese werden je nach individuellem Ziel variieren, umfassen häufig aber alle Muskelgruppen. Durch den Reizstrom wird die natürliche Kontraktion der Muskeln von außen verstärkt, die Anstrengung ist deutlich erhöht und selbst vermeintlich leichte Kniebeugen können je nach Impulsstärke zur Zitterpartie werden. Der Strom erreicht aber auch tiefer liegende Muskelschichten (Skelettmuskulatur).

4. Muss ich Angst vor den Stromstößen haben?

Nein. Die Impulse liegen im sogenannten niederfrequenten Bereich. Sie aktivieren lediglich die quergestreifte Muskulatur (Skelettmuskulatur). Die Herzmuskulatur sowie die glatte Muskulatur (Organmuskulatur) werden dabei nicht angesprochen.

5. Was bringt EMS-Training?

Verschiedene Studien an deutschen Universitäten haben gezeigt, dass das EMS-Training tatsächlich effektiv ist: Schneller Muskelaufbau, Lösen von Verspannungen, Linderung von Rückenschmerzen. Eine Untersuchung der Sporthochschule Köln zeigte ein Muskelwachstum von 14 Prozent nach sechsmonatigem EMS-Training. Insbesondere eine schwache Rückenmuskulatur soll von dem Training profitieren. Allerdings raten viele Experten von einem reinen EMS-Training ab. Ausdauersport und normales Krafttraining sollten es auf Dauer auch integriert und kombiniert werden.

6. Wie schnell sehe ich Erfolge?

Nach Angaben der Anbieter wird die Körperhaltung bereits nach wenigen Trainingseinheiten verbessert. Die Reduzierung des Körperumfangs und der Kraftzuwachs sollen nach vier bis sechs Wochen mess- und sichtbar sein.

7. Wie oft darf ich pro Woche trainieren?

Im Normalfall reichen ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche. Diese dauern je 20 Minuten.

8. Welche Risiken birgt EMS-Training?

Im Zweifel gilt: immer erst einen Check beim Hausarzt machen! Generell ist EMS-Training nicht für Schwangere und Menschen mit Herzschrittmachern geeignet.

9. Was kostet EMS-Training?

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10. Wie fühlt es sich an?  – Ein Selbstversuch mit EMS-Training

Beim ersten Training sind die Stromstöße sehr besonders. War mein Körper nicht fest angespannt, schüttelte es mich ein bisschen. Der Muskelkater war in den ersten zwei Tagen ungewohnt, aber meine Rückenschmerzen schon weniger! Ich hatte nach dem EMS-Training irgendwie eine bessere Haltung, der Muskelkater wurde danach wurde es von Mal zu Mal weniger.